Festivals sind etwas ganz Besonderes. Es ist der einzige Ort auf der Welt, an dem Menschen freiwillig in einem nassen Zelt schlafen, Ravioli kalt aus der Dose essen und dabei behaupten: „Das wird das beste Wochenende meines Lebens.“ Und ehrlich? Sie haben meistens recht. Aber vor einem Festival gibt es meist viel zu Organisieren und wir möchten euch hiermit einen kleinen Fahrplan mit an die Hand geben, damit ihr das Festival in vollen Zügen genießen könnt.
Damit du das Festival nicht nur überlebst, sondern dabei auch noch halbwegs würdevoll aussiehst, haben wir hier den ultimativen Festival-Guide zusammengestellt inklusive Dingen, die wirklich wichtig sind. Und Dingen, die dir erst wichtig werden, wenn du nachts um 3 Uhr bei Regen feststellst, dass du keine trockenen Socken mehr hast. Habt ihr Bock noch fix auf ein Festival zu fahren, dann stöbert doch nochmal durch die diesjährigen Festivals *.
Phase 1: Die Vorbereitung – Euphorie trifft Realitätsverlust
Die Planung beginnt meistens so: „Wir brauchen nur ein Zelt und Bier.“
Spoiler: Nein. Absolut nicht.
Spätestens wenn der Wetterbericht „leichter Sommerregen“ ankündigt und daraus ein ausgewachsener Monsun wird, merkst du:
Vorbereitung ist keine Schwäche. Vorbereitung ist Überlebensstrategie.
Festival Checkliste – Habe ich an alles gedacht?
Deshalb solltest du unbedingt einen Blick in unsere vollständige Festival-Checkliste (natürlich kostenlos) werfen. Dort findest du alles, was du wirklich brauchst: Von Campingausrüstung bis Powerbank.
👉Hier gehts direkt zur Festival Checkliste (direkt zum Ausdrucken und abhaken)

Die ultimative Festival Checkliste
Pack es dir direkt in den Einkaufswagen
Übernachtung & Co.
- Ohrstöpsel – Ein „MUSS“ für die Nacht und teilweise auf dem Gelände *
- Zelt für 2-4 Personen mit kleinem Vorraum *
- Schlafsack *
- Campingstuhl – 2er Pack *
- Camping Lichterkette mit USB Ladefunktion *
- Camping Lampe mit Mückenvernichter *
- Pavillon Coleman *
Gadgets
- Bauchtasche *
- Sonnenhut *
- Sonnencreme *
- Regenponcho *
- Faltbare Trinkflasche *
- Powerbank mit 20.000mAh *
- Elektrische Kompressor Kühlbox *
- Elotrans reload – Elektrolyte gegen den Kater *
Teilweise sind die Parkplätze nicht direkt am Campingplatz und ihr müsst einiges laufen. Hier empfiehlt es sich, einen faltbaren Bollerwagen * mitzubringen. Das spart euch unnötigen Pendelverkehr zwischen Fahrzeug und Schlafplatz.
Bei Rock am Ring ist es z.B. so, dass dort ein eigener Supermarkt während des Festivals aufgebaut wird. Hier kann man gegen ein Pfand einen Bollerwagen ausleihen. Allerdings wird nicht garantiert, dass dieser auch nach einem ausgiebigem Einkauf tatsächlich verfügbar ist. Zudem müsst ihr ihn auch wieder zurückbringen.
Plant das Festival – Wer bringt was mit?
Gerade, wenn ihr mit mehreren Personen auf eine Festival fahrt: Setzt euch vor dem Festival zusammen und besprecht, wer was mitbringen kann und was noch zu besorgen ist. Im Vorfeld kann man schon viel erledigen:
- Könnt ihr ohne Probleme mit eurem Handy bezahlen?
- Ist eure Kreditkarte nicht abgelaufen und ausreichend gedeckt?
- Habt ihr eine Ersatzkarte oder andere Möglichkeit der Zahlung?
- Habt ihr wichtige Dokumente auf dem Handy (Ticket, Foto vom Perso, …)
- Equipment gecheckt: Zelt vorher einmal aufbauen, Schlafsack waschen,…
- Kühlakkus oder Getränke einfrieren
- Outfits planen und zusammenstellen
- Trichter säubern
- Schnaps in PET Flaschen umfüllen (teilweise sind keine Glasflaschen erlaubt)
Hin- und Rückfahrt
Wer fährt hin und wer fährt zurück? Auch das solltet ihr im Vorfeld planen. Passt alles mit den Sitzplätzen und auch der Kofferraum? Fahrt ihr alle zusammen? Ist das Auto vollgetankt, Wischwasser aufgefüllt und der Reifendruck gecheckt. Verbandskasten noch aktuell? Doch das wichtigste ist nach wie vor:
Don´t drink and drive!!!
Playlist vorbereiten
Auch sehr nützlich ist es, eine passende Playlist beim entsprechenden Streaming Anbieter (z.B. Amazon Music *) zu erstellen und auch runterzuladen. So könnt ihr euch bereits Wochen vor dem Festival einstimmen oder den ein oder anderen Song noch fix auswendig lernen. Aber auch auf der Hinfahrt oder auf dem Campingplatz selbst kann man sich in die nötige Stimmung bringen.
Auch Shazam ist eine hilfreiche App auf dem Festival. Mit ihr könnt ihr schnell und einfach interessante Lieder taggen und vielleicht so eure neue Lieblingsband entdecken.
Line-Up und Treffpunkte planen
Das Line Up wird bereits weit im Vorfeld des Festivals angekündigt, teilweise aber auch nochmal kurz vorher angepasst. Hier sollt ihr euch auf jeden Fall abstimmen und planen, welche Acts oder Bühnen ihr auf jeden Fall besuchen wollt. Vereinbart dann auf dem Festivalgelände selbst wo ihr euch trefft, falls einer einmal verschütt geht.
Es kann auch sehr hilfreich sein, wenn ihr euch den genauen Standort eures Zeltes per GPS Markierung setzt. So könnt ihr auch bei Nacht noch feststellen, wo ihr pennt 😉
TIPP: Ladet euch einen Kartenausschnitt z.B. in Google Maps vorher herunter. Ihr könnt dann auch offline auf das entsprechende Kartenmaterial zugreifen. Gerade auf Festivals, wo sich viele Personen auf engem Raum befinden, kann das Handynetz das ein oder andere Mal in die Knie gehen.
Auch wichtig: Lageplan und Line-Up vorher herunterladen oder besser noch ausdrucken!
Ladet euch (falls vorhanden) die jeweilige Festival App auf euer Smartphone, hier findet ihr nützliche Tipps rund um das Festival und habt alles griffbereit und werdet auf dem laufenden Stand gehalten.
Phase 2: Das Packen – Der Moment, in dem jeder zum Tetris-Profi wird
Es gibt zwei Arten von Festivalgängern:
Typ 1: Der Minimalist
„Ich nehme einfach nur das Nötigste mit.“
Dieser Mensch steht später barfuß im Matsch und fragt nach Zahnpasta.
Typ 2: Der Prepper
Der Prepper ist besten vorbereitet:
- Pavillon samt einem kompletten Set Ersatzheringen
- Gaskocher
- Faltküche
- Solarpanel
- 14 Dosen Ravioli
- vermutlich einen kleinen Dieselgenerator
Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.
Wichtig ist nur: genug Kleidung, genug Wasser und mindestens eine Powerbank, die nicht bereits bei 12 % startet.
Auch sehr hilfreich ist es Grillfleisch oder ähnliches im Vorfeld einzufrieren und es in Kühltaschen zu packen. Als Kühlakkus könnt ihr direkt Eistee oder Wasserflaschen nutzen. So habt ihr gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn Getränke braucht ihr eh.
Denkt auch an Verpflegung für die Fahrt und für den Aufbau (damit meinen wir nicht nur BIER). Meist ist es so, sobald man ankommt ist bereits der Teufel los und es ist nichts schlimmer als betrunken oder Abends ein Zelt aufzubauen.
Phase 3: Der Campingplatz – Eine eigene Gesellschaft
Nach ungefähr 4 Stunden Festivalcamping gelten plötzlich völlig neue Regeln.
Normale Menschen: „Bitte Ruhe nach 22 Uhr.“
Festivalmenschen um 4:37 Uhr morgens: „WOOOOUUUHOOO! Noch ein Bier?!“
Der Campingplatz ist ein magischer Ort:
- Niemand kennt sich.
- Jeder leiht jedem Gaffa Tape.
- Irgendwo läuft immer Scooter.
- Und mindestens ein Pavillon überlebt den ersten Abend nicht.
Party mit euren Nachbarn
Auf dem Zeltplatz ist nichts wichtiger als gute Nachbarn, denn sie sind in den nächsten Tag euer Schatten rund ums Festival. Geht mal rüber und tauscht euch aus: Woher kommt ihr und habt ihr genug Bier. Oft leiht man sich gegenseitig vergessene Utensilien oder tauscht Bier gegen Grillfleisch. Also stellt euch gut mit euren Nachbar 😉
- Beer-Pong Utensilien * um das Eis zu brechen
- Beer-Pong 8-ter Tichter * – Wie viele Schläuche hat der Oktopus?
- Seifenblasen Pistole * und Seifenblasenpulver *
Klotasche
Packt euch am besten eine feste Klotasche in Form eines Jutebeutels. Was muss rein?
- Toilettenpapier
- Feuchtes Toilettenpapier *
- Desinfektionstücher *
- Einweg Toilettenauflage *
- Kotzbeutel * (auch für Hin- und Rückfahrt oder das Zelt)
Phase 4: Ernährung – Hauptsache irgendwie essbar
Auf Festivals verändert sich die Wahrnehmung von Nahrung drastisch.
Tag 1:
„Wir grillen richtig schön.“
Tag 3:
„Diese leicht zerdrückte Banane vom Zeltboden geht eigentlich noch.“
Deshalb bereitet eure Nahrungsaufnahme etwas vor, denn jeden Tag auf dem Festivalgelände zu essen und trinken kann ganz schön ins Geld gehen und hilft euch morgens direkt nach dem Aufstehen oder abends am Zelt auch nicht mehr.
- ausreichend Wasser mitnehmen (faltbare 10l Wasserkanister *)
- Gasgrill inkl. Kartuschen *
- Camping-Set mit Wasserkocher, Töpfen, Geschirr *
- Faltbarer Wassereimer / Spülbox *
- Gewürzkreisel *
- Styropor-Box * (Eiswürfel rein und ihr habt einen kleinen Kühlschrank)
- Snacks einpacken (Müsliriegel ohne Schoko)
- Elektrolyte nicht vergessen
- und NIEMALS ohne Frühstück in den Tag starten (auch Rollmops ist ein Frühstück)
Dein zukünftiges Ich wird es dir danken.
Phase 5: Wetter – Der Endgegner
Das Festivalwetter kennt nur zwei Zustände: Sahara oder Weltuntergang. Es gibt eigentlich nichts dazwischen und beides kommt teils so plötzlich und unvorhersehbar. Darum denk beim Packen an:
- Regenjacke / Poncho * oder Regenschirm *
- Feldbett *, falls ihr auf jeden Fall trocken schlafen wollt
- verschließbare Kunststoffboxen * für trockene Kleidung
- Sonnencreme * und Sonnenhut *
- Clogs *, Badelatschen *, Gummistiefel * und Ersatzschuhe
- USB Ventilator *
- trockene Kleidung
- Mikorfasertuch, um schnell mal was abzuwischen (Stühle, Tisch, Zelt)
Leider ergibt das meteorologisch keinen Sinn, aber Festivals funktionieren nach eigenen Naturgesetzen. Und somit wären wir wieder bei Phase 1: Vorbereitung ist alles!
Hilfreich wäre hier auch eine kleine Wäscheleine und ein paar Klammern, um Kleidung nach einem Schauer zum Trocknen aufzuhängen.
Phase 6: Das Handyproblem
Irgendwann passiert es:
Das Handy hat 2 % Akku, kein Netz und deine Freunde sind „irgendwo vorne links bei der Stage“.
Deshalb unbedingt:
- Treffpunkte vereinbaren
- (Aufgeladene) Powerbank * mitnehmen
- Tickets offline speichern
- und nicht vollständig auf mobiles Internet verlassen
Denn: „Ich dachte du bist beim Getränkestand!“ ist eine klassische Festivaltragödie.
Phase 7: Der Morgen danach
Es ist 8 Uhr morgens. Irgendwo spielt jemand Techno oder Biene Maja. Ein anderer grillt bereits Würstchen und du weißt nicht genau, welcher Tag eigentlich ist.
Herzlichen Glückwunsch: Du bist offiziell im Festivalmodus angekommen.
Jetzt helfen nur noch:
- Wasser
- Sonnenbrille
- Schmerztabletten (natürlich mit Bedacht und laut Packungsbeilage)
- und moralische Unterstützung
Fazit: Festivals sind Chaos – und genau deshalb lieben wir sie
Am Ende erinnert man sich selten an: eine ruhige Nacht, ein sauberes Zelt bzw. Campingplatz oder natürlich auf den Wetterbericht.
Eher erinnert man sich an:
- die vielen spontanen Bekanntschaften
- die Lieblingssongs live
- Sonnenaufgänge auf dem Campingplatz
- und diese völlig absurden Geschichten, die nur auf Festivals passieren
Also: Pack clever, plane grob vor und genieße das Wochenende in vollen Zügen 😉 Ein letztes Mal gescheit duschen (ihr werde es vermissen).
👉 Lad dir unbedingt unsere Festival Checkliste runter und hake alles ab, damit du nichts Wichtiges vergisst. Viel Spaß und viele tolle Erlebnisse und Bekanntschaften!

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